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Die Oz berichtet aktuell zum Planungsstand Dorfplatz Firrel

Die Oz berichtet aktuell zum Planungsstand Dorfplatz Firrel

Dorfplatz Firrel soll im nächsten Jahr schon fertig sein

Von Karin Lüppen | 07.09.2023
Etwas in die Jahre gekommen: So sieht der Dorfplatz in Firrel jetzt aus. Hinter dem Zaun befindet sich der Teich, der vergrößert werden soll. Das hatte nicht allen gefallen. Foto: Stromann
Voraussichtlich wird der neue Platz nun 1,28 Millionen Euro kosten. Aber Bürgermeister Johannes Poppen kündigt an: „Wir ziehen das durch.“

Firrel - Allem Ärger zum Trotz, den es im Juni im Gemeinderat Firrel um den Dorfplatz gab, halten Bürgermeister Johannes Poppen und seine Fraktion, die Firreler Wählergemeinschaft (FWG), an den Plänen für den Umbau der Anlage zwischen Sportplatz, Kirche und Dorfgemeinschaftshaus fest. „Wir ziehen das durch“, sagte Poppen in einem Pressegespräch. Schon in einem Jahr soll das meiste fertig sein.

Was und warum
Darum geht es: In Firrel soll der Dorfplatz mit großem Aufwand neu angelegt werden. Inzwischen steht fest, was das kosten wird und wie die Finanzierung laufen soll

Vor allem interessant für: Menschen in Firrel und Umgebung

Deshalb berichten wir: Die aktuelle Planung wurde von Bürgermeister Johannes Poppen vorgestellt

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Allerdings teilte er im selben Gespräch mit, dass für den Umbau des Platzes und die Elemente, die dort geplant sind, nunmehr mit Kosten von 1,28 Millionen Euro gerechnet wird. Bisher war man von rund 880.000 Euro ausgegangen. Die Gemeinde habe die Kostenberechnung konkretisiert, um das sogenannte Leistungsverzeichnis für die Zuschussbewilligung einreichen zu können. So sei der neue Betrag zustande gekommen, sagte Samtgemeindedirektor Joachim Duin.

Eigenanteil steigt unweigerlich
Veränderungen am Dorfteich hätten jedoch auch dazu geführt, dass mit einer größeren Menge an Aushub zu rechnen sei, die bewegt werden muss. Allein für den Wegebau, Bepflanzung und Leitungen würden 518.000 Euro fällig. Der Zuschuss, der über das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) im Frühjahr in Aussicht gestellt wurde und nun kurz vor der Zuteilung steht, bleibt aber bei 500.000 Euro.


Der bestehende Teich soll vergrößert und mit einer Flachwasserzone neu angelegt werden. Außerdem sind Ruhebänke an dem Gewässer geplant. Foto: Stromann

Somit steigt der Eigenanteil der Gemeinde unweigerlich von bisher 380.000 Euro auf nicht ganz 800.000 Euro und ist somit höher als der Zuschussbetrag. Einem Antrag der CDU-Fraktion, auf die Fördermittel zu verzichten und stattdessen mit den eigenen Mitteln die Umgestaltung des Dorfplatzes anzugehen, wollen Poppen und die FWG jedoch nicht folgen: „Man darf ruhig mal mutig sein“, sagte Fraktionsmitglied und stellvertretender Bürgermeister André Keiser. Die CDU dagegen hält laut deren Fraktionsvorsitzenden Folkmar Meyer „die Idee für gut, aber das Ergebnis nicht“.

Teich löste Ärger aus
Der Platz mit einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern soll zu einem attraktiven Mittelpunkt im Dorf werden. Dafür sind zum Beispiel Mehrgenerationenspielgeräte geplant, für Jugendliche soll eine „Chillzone“ mit Sonnensegel und WLAN eingerichtet sowie eine Tischtennisplatte und Basketballkorb aufgestellt werden. Der Spielplatz bleibt, wie er ist, aber eine kleine Bühne soll für Veranstaltungen genutzt werden können. Das ganze Gelände soll mit viel Grün gestaltet werden. Dann ist da noch der Teich.


Der Spielplatz soll ebenfalls erneuert und verbessert werden. Foto: Stromann

Der war zuletzt ein Ärgernis für viele Eltern, deren Kinder den Spielkreis der Kirchengemeinde besuchen. Denn die Kleinkinder überqueren auf dem Weg zum Spielplatz das ganze Areal und kommen dabei am Teich vorbei. Die Eltern hatten Sorge, dass Kinder der Aufsicht durch die Erzieherinnen entwischen und in den Teich fallen könnten. Zwar war schon zu Beginn ein Zaun rings um den Teich eingeplant worden, der von einer Hecke verdeckt wird, aber die vorgesehene Höhe von 60 Zentimetern reichte nicht, um die Ängste der Eltern zu zerstreuen. „Dann nehmen wir die Kinder aus der Gruppe“, hatten einige unserer Zeitung angekündigt.

Nun ist ein höherer Zaun geplant
Die Höhe der Hecke wurde laut Duin und Poppen nun auf einen Meter festgesetzt, nach wie vor mit einem dahinter montierten Zaun. Drei Zugänge soll es zum Teich geben, der zudem im größeren Teil eine Flachwasserzone bekommt. In der Mitte ist vorgesehen, dass man über Trittsteine den Wasserlauf überqueren kann. Damit soll der vorhandene Teich ansprechender gestaltet werden, von zwei Ruhebänken aus soll man sogar die ganze Atmosphäre genießen können.


Zahlreiche Einwohner hatten die Gemeinderatssitzung im Juni verfolgt – unter anderem wegen des Dorfplatzes. Foto: Stromann

Die Finanzierungsfrage sieht Poppen im übrigen geklärt. Denn neben dem Dorfplatz gibt es weitere Projekte, aus denen sich der Bürgermeister Einnahmen verspricht. Zu einen wurden fünf Windkraftanlagen an einen neuen Betreiber verkauft. „Jetzt bekommen wir erstmals Gewerbesteuer aus dem Windpark und außerdem Zuwendungen aus dem Erneuerbare Energiegesetz“, hebt Poppen hervor.

Neues Baugebiet mit 34 Plätzen
Außerdem plant die Gemeinde Firrel die Ausweisung eines neuen Baugebietes an der Unlander Straße. In der Nähe des Modehauses Kaiser sollen 34 neue Grundstücke entstehen, die in zwei Abschnitten erschlossen werden sollen. Rund zwei Hektar ist die Fläche groß. Die Bauplätze haben Größen zwischen 600 und 900 Quadratmeter und werden um einen 400 Quadratmeter großen Teich herum angelegt. „Diesen Teich gibt es schon“, sagt Samtgemeindedirektor Duin, er werde in die Planung einbezogen. Einen Quadratmeterpreis konnte er noch nicht nennen.

Außerdem soll in Firrel ein neues Gewerbegebiet an der Uhlhornstraße kommen. 4,2 Hektar sollen für die Ansiedelung von Firmen zur Verfügung stehen. Interessenten gebe es bereits, laut Poppen handelt es sich um ortsansässige Betriebe, die erweitern wollen. „Es ist sehr schade, dass diese Fläche schon seit 18 Jahren zur Verfügung steht, aber bisher nichts umgesetzt wurden“, findet der Bürgermeister.

Gemeinderat tagt am Montag
Die Projekte Dorfplatz und Gewerbegebiet stehen auf der Tagesordnung für die öffentliche Gemeinderatssitzung am kommenden Montag, 11. September, ab 20 Uhr im Firreler Dörphus, direkt neben dem Platz. Ein weiterer Tagesordnungspunkt, der in der vorherigen Sitzung für einen Eklat gesorgt hatte, findet sich ebenfalls wieder: Dabei ging es um einen Zuschuss für neue Fenster im Vereinsheim von Grün-Weiß Firrel. Dessen Vorsitzender ist Johannes Poppen. Er hatte in der Juni-Sitzung darüber mitabgestimmt, obwohl er das aus Befangenheit nicht gedurft hätte. Nunmehr hat der Verein den Antrag zurückgezogen.
 

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